Wie hinterhältig wirken Sie?

//Wie hinterhältig wirken Sie?
Hinterhältig

Dass sie hinterhältig sind, sieht man bestimmten Menschen schon an der Nasenspitze an. Andere wirken wie Engel. Oder ist das nur ein Vorurteil?  ( Bild: © lassedesignen / Fotolia )

Auf einen Blick:
  • Ihre Körpersprache sollte zum Inhalt Ihrer Äußerung passen
  • Zeigen Sie dosiert echte Gefühle, statt zu schauspielern
  • Platte Komplimente wirken strategisch und werden leicht durchschaut
  • Ihre Worte und Handlungen sollten übereinstimmen
  • Am besten sind Sie nett zu Personen, bevor Sie auf diese angewiesen sind

Warum wirken manche Menschen wie „falsche Schlangen“, während andere eine Vertrauen erweckende Ausstrahlung haben? Sie erfahren, wodurch Sie Ihre eigene Glaubwürdigkeit im Umgang mit anderen gefährden. Und natürlich, wie Sie es besser machen können.

Achtung, doppelte Botschaft!

Drücken Gestik, Mimik und Körperhaltung etwas Anderes aus als das, was der Sprecher inhaltlich übermittelt, tritt bei den Zuhörern ein Störgefühl auf. In diese Richtung geht etwa das zuckersüße Heraushauen von Killer-Äußerungen, oft gepaart mit strahlendem Lächeln. Dabei wird eine doppelte Botschaft übermittelt – die freundlichen Körpersignale und der gehässige Inhalt der Äußerung.

Weiter verbreitet ist der umgekehrte Fall: Jemand behauptet etwas und drückt mit dem Körper das Gegenteil aus – zum Beispiel bekundet er große Freude mit herabhängenden Mundwinkeln. Das, was eine Person sagt, wird weniger beachtet als die nonverbale Kommunikation.

Gefühle angemessen zeigen ohne Schauspielerei

Das unverhüllte Ausleben echter Gefühle kann im Geschäftsleben riskant sein. Es kommt aber auf den Einzelfall an. Mögen Sie den Kunden XY nicht, ist es geschickter, dies zu verbergen. Gekünstelt wirkt der Versuch, herzliche Zuneigung zu simulieren. Hier wäre ein neutral-freundlicher Umgang die bessere Wahl. Es geht darum, die wahren Emotionen angemessen auszudrücken und Schauspielerei zu vermeiden.

Loben Sie gezielt, statt jemand in den Himmel zu heben

Überschwängliches Pauschal-Lob wie „Sie sind unser bester Mann“ wirkt oft wie ein strategisch gefüttertes Leckerchen. Möchten Sie jemand etwas Nettes sagen, sollte es erstens Ihrer wahren Meinung entsprechen und zweitens beschreibend sein. Beziehen Sie sich auf einen konkreten Anlass oder ein Verhalten. Beispiel: „Ihre Präsentation war sehr lebhaft und gleichzeitig informativ. Das hat mir gut gefallen.“

 Hinterhältig oder nicht? Sie werden an Ihren Taten gemessen

Wer Wasser predigt und Wein trinkt, wirkt heuchlerisch und unglaubwürdig. Worte und Handlungen müssen übereinstimmen. Bleiben Sie Ihrer eigenen Linie mit schlüssigen, stimmigen Äußerungen treu. Eine Meinungsänderung in einem wichtigen Punkt sollte begründet werden. Sonst droht der Verdacht, dass Sie Ihr Fähnchen nach dem Winde hängen.

Eine weit verbreitete Verhaltensweise im Business ist übertriebenes Statusgehabe. Sobald ein vermeintlich oder tatsächlich Ranghöherer die Bildfläche betritt, verwandelt sich der Statusorientierte in einen diensteifrigen Schleppenträger. Personen, die er als rangnieder einschätzt, behandelt er geringschätzend. Dumm ist es nur, wenn er sich dabei täuscht oder sich die Konstellation ändert.

Ein Beispiel ist das arrogante Auftreten gegenüber Mitarbeitern der Lokalpresse. Selbst wenn es sich um einen Schüler handelt, der neben dem Abitur für die Zeitung jobbt und noch viel zu lernen hat: Steigt er später in der Redaktions-Rangordnung auf, wird er sich genau an gute und an schlechte Begegnungen erinnern. Und diese Rückschau kann die Berichterstattung beeinflussen. Es ist also besser, freundlich und höflich zu sein, auch wenn das Gegenüber (noch) nichts zu melden hat.