Innovationsmethoden-Matrix für die Ideen-Gestaltung

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Innovationsmethoden-Matrix

Die Innovationsmethoden-Matrix ist das passende Werkzeug für die Ideen-Ausarbeitung. Denn Mitarbeiter haben gute Einfälle, die aber meist noch unkonkret sind. Strukturierte, geordnete Inhalte können einfacher verwertet werden. Ein Gastbeitrag von Daniel Zapfl. (Bild: © Syda Productions / Fotolia)

Die Innovationsmethoden-Matrix gibt Ideen Gestalt

Das Innovationsmanagement bietet hier eine umfangreiche Sammlung an Methoden. Einerseits stammen diese aus dem Marketing, dem Produktmanagement oder der Kreativitätslehre.  Andererseits gibt es viele Werkzeuge, die ihren Ursprung in der Innovationsforschung haben.

Daraus ergibt sich die Frage, welche Methoden für speziell Ihre Aufgabenstellungen geeignet sind. Es erfordert ein breites Fachwissen, um sich für die am besten geeignete Methode auszuwählen. Denn oft gehen Verantwortliche in Firmen den anderen Weg: Sie kennen ein Tool, von dem sie begeistert und überzeugt sind. Und dann suchen Anwendungsmöglichkeiten im eigenen Innovationsprozess.

Überlegungen vor Einsatz der Innovationsmethoden-Matrix

Am Anfang der Methodenwahl steht die Innovationsart. Nachfolgend ein paar Beispiele für typische Ausgangssituationen:

  • Problemlösung für einen technischen Sachverhalt, eine Forschungsfrage, einen Produktionsprozess oder als Basis für ein neues Produkt. Beispiel: Es wird eine braucht neue Oberflächentechnik für Schreibtischplatten, um sie kratzbeständiger und robuster zu machen.
  • Produktverbesserung: Das Ziel besteht in der Optimierung eines bestehenden Angebots aus Kunden- und Nutzersicht, zum Beispiel Verbesserung der Bedienung einer Heizungssteuerung.
  • Produktinnovation: Hier geht es um das Finden von Ideen und Konzepten für neue Erzeugnisse, die entweder für das Unternehmen oder am Markt komplett neuartig sind.
  • Geschäftsmodellinnovation: Die Geschäftsmodellinnovation ist umfangreicher und betrifft den Kundennutzen, die Logik, wie man diesen Kundenwert liefert (Wertschöpfung) und wie man Erträge erwirtschaftet. Beispielsweise stellt ein Druckerhersteller sein Geschäftsmodell von Verkauf auf Miete mit Komplettservice um.
  • Service-Innovation: Sie können Dienstleistungen betreffen, die das Unternehmen direkt verkauft – oder zusätzliche, verbesserte Services zu Produkten und Projekten. Hierzu zählt beispielsweise auch die Optimierung des Kundenprozesses.
  • Ideen & Inspiration: Diese Klassifikation bezeichnet eine allgemeine Suche nach Ideen und Ansätzen, die wiederum zu konkreten Ideen inspirieren. Zum Beispiel liefert ein intern ausgerichteter Ideenwettbewerb viele Ideen. Sie können oft zwar nicht direkt umgesetzt werden, liefern aber Inspirationen für weitere Innovation sein können. Unter anderem kann man dadurch Ideen finden, nach denen man nicht gesucht hätte.

 

Auch andere Faktoren beeinflussen die die Entscheidung für eine bestimmte Innovationsmethode.

  • Anwendungskomplexität des Produktes: Wie wichtig ist das Anwenderwissen der Kunden bzw. wie viel Potential hat die Einbindung der Kunden?
  • Technologie-Getriebenheit: Welche Potenziale haben neue Technologien als Basis für Innovationen?
  • Strukturelle Möglichkeiten: Besteht Zugang zu den notwendigen Stakeholder wie Kunden oder Nutzer als Innovationslieferanten? Haben die Stakeholder auch die Kompetenzen, Innovationen zu finden?
  • Aufwand & Budget: Wie viel Ressourcen in Form von Zeit und Geld stehen zur Verfügung?
  • Methodenkenntnisse – Hat man professionelle Kompetenzen für die Methoden intern oder extern verfügbar?
  • Potenzial der Methode – Findet man mit der Methode die Innovationen, die man sucht?

Einige von vielen Innovationsmethoden

Zu diesen Vorüberlegungen müssen Innovationsmethoden-Kenntnisse kommen. Anbei ein Überblick der am weitesten verbreiteten Instrumente:

Auftrags-F&E ist ein Open Innovation Ansatz. Sie bezeichnet die Beauftragung einer Universität, eines Forschungsinstitutes oder eines technischen Dienstleisters, eine Lösung für eine konkrete Aufgabenstellung zu finden.

Brainstorming ist eine klassische Kreativitätsmethode, die für alle Art von Aufgabenstellungen und im Zuge aller anderen Verfahren angewendet wird.

Die Beobachtung von Kunden und Nutzern bei der Anwendung des Produktes oder bei der Problemstellung, die das Produkt lösen soll, bringt klare Erkenntnisse über die Anforderungen an die Innovation. Eine ähnliche Vorgehensweise zeichnet die Ethnografie als teilnehmende Beobachtung aus.

Big Data ist die Analyse von Datenmengen, die zum Beispiel durch die Interaktion mit Kunden entstanden sind. Durch die Auswertung und Analyse sollen Muster interpretiert werden, um neue Trends und Anforderungen zu erkennen.

Mit der Blue-Ocean-Methode werden neue Märkte erkannt oder entwickelt. Sie sind die Basis für neue Geschäftsmodelle aber auch Produkte und Services.

In Crowdsourcing-Plattformen wie beispielsweise Atizo stellt man einer Community eine konkrete Frage, um nach Lösungen und Innovationen zu suchen. Diese Plattformen können sehr breit für alle Innovationsziele angewendet werden. Allerdings muss man immer die mögliche Qualität der Ideen betrachten, die vor allem von der Größe, Qualität und Kompetenz der Community abhängt. Auch bei Fokusgruppen mit Kunden wird der direkte Austausch mit Feedback gesucht.

Customer Experience Design ist die Gestaltung der Interaktions-Schnittstellen mit Kunden und bietet Potential für vor allem Service-Innovationen. Verwandt damit ist das Kano-Modell analysiert die Kundenbedürfnisse und Kundenzufriedenheit. Es verhilft zu interessanten Erkenntnissen, liefert aber weniger konkrete Innovationsideen.

Die Aufträge von Kunden stehen bei Jobs-to-be-done im Blick. Ganz nach dem Motto von Levitt „Kunden wollen keinen Bohrer, sie wollen ein Loch in der Wand“ werden Kunden und Nutzer besucht, analysiert, beobachtet und befragt, um ihre tatsächlichen Jobs und Bedürfnisse zu identifizieren.

Mit der Konkurrenzanalyse werden der Wettbewerb und seine Produkte und Dienstleistungen analysiert, um herauszufinden, wo deren Stärken und Schwächen liegen. Damit werden Potentiale für neue Produkte, aber auch Differenzierungschancen identifiziert.

Bei Ideenmanagement-Systemen kann jeder Mitarbeiter Ideen für alle Art von Verbesserungen und Innovationen einreichen. Damit wird die gesamte Belegschaft kontinuierlich in den Innovationsprozess eingebunden. Ideenwettbewerbe werden meist temporär für eine gezielte Frage- oder Themenstellung ausgeschrieben. Es können entweder die Mitarbeiter und/oder Externe wie Kunden, Nutzer, Lieferanten oder externe Innovatoren eingebunden werden. Durch die Fokussierung sind die Quantität und die Qualität meist höher als bei Ideenmanagement.

Bei Trend-Analysen werden Megatrends, Branchentrends und andere zukünftige Einflussfaktoren und deren Auswirkungen auf das eigene Unternehmen analysiert. Darauf basierend entstehen neue Ideen.

TRIZ ist die Theorie des erfinderischen Problemlösens. Ihr Erfinder G. S. Altschuller hat tausende Patente analysiert und dadurch technische Lösungsprinzipien und Muster erkannt. Mit TRIZ werden diese Lösungsprinzipien sehr effektiv auf technische Herausforderungen angewendet.

An dieser sehr gestrafften Übersicht zeigt sich: Es gibt ein riesiges Repertoire an Innovationsmethoden, auf das Verantwortliche zurückgreifen können. Doch wer kennt schon jedes Werkzeug im Detail?

Die Innovationsmethoden-Matrix hilft bei der Wahl

Hier leistet die Innovationsmethoden-Matrix exzellente Arbeit. Sie sorgt für Klarheit, welche Methoden es gibt und wofür man sie nutzen kann.

Innovationsmethoden-Matrix

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Matrix vereint die gängigen und etablierten Methoden zur Innovationsfindung und indiziert, für welche Art von Aufgabenstellung oder Zielen sie angewendet werden können. Schwarz bedeutet, dass eine Methode optimal für ein Innovationsziel geeignet ist. Dunkelgrau zeigt an, dass die Methode zwar geeignet ist, dass es vielleicht jedoch noch bessere Alternativen gibt.Falls Sie nicht alle Methoden-Bezeichnungen kennen: Das LEAD Innovation-Team hilft gerne weiter. (Daniel Zapfl)

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