Werbegeschenke – Ärger oder Freude?

//Werbegeschenke – Ärger oder Freude?

Werbegeschenke sind heiße Ware auf Messen – Kugelschreiber, Blöcke und Gummibärchen werden säckeweise abgestaubt. Doch wirken Massenpräsente überhaupt? Erzeugen sie die gewünschte Begeisterung beim Empfänger? Im Folgenden erfahren Sie, was beachtet werden muss, damit Werbegeschenke auch die gewünschte Wirkung haben. (Bild: © Robert Kneschke / Fotolia)

Werbegeschenke haben Aufforderungscharakter

Werbegeschenke sind eine wichtige Kundenbindungs-Maßnahme. Besonders dann, wenn es sich um Gegenstände handelt, die der E mpfänger täglich benutzen könnte. Darunter fallen zum Beispiel Kugelschreiber, Blöcke und Notizhefte. Das Beschenken des Kunden hat zwei Effekte. Zum einen haben Geschenke einen unterbewussten Aufforderungscharakter. Ein Beschenkter steht immer in der „Schuld“ des Schenkers. Selbst wenn es sich um eine zwanglose Marketingmaßnahme hält, derer sich beide Seiten bewusst sind, ist der Kunde dem Unternehmen und dem Produkt zumindest ein wenig Aufmerksamkeit schuldig.

Werbegeschenke spiegeln das Firmenimage wieder

Außerdem hat ein Werbegeschenk den Vorteil, dass der Kunde diese Geste und im Weiteren das Produkt mit etwas Positiven verbindet. Diese Assoziation wird anschließend auf das Unternehmen übertragen. Ein hochwertiger, glänzender Stift mit angenehmer Haptik könnte eventuell auch für ein seriöses Unternehmen sprechen. Doch Vorsicht – bei schlechter Qualität kann sich dies negativ auf das Image auswirken. Stellen Sie sich vor, Sie würden mit einem geschenkten Kugelschreiber unterzeichnen – und die Schreibflüssigkeit tropfte heraus.

Kritische Kunden brauchen das „gewisse Extra“

Dass Werbegeschenk nicht gleich Werbegeschenk ist, hat auch der Neurowissenschaftler Christoph Labude erkannt. Ihm zufolge muss ein Werbegeschenk zum Kundentypus passen (vgl. Labude 2012, S. 154). Er unterscheidet zwischen drei kritischen Kundentypen, die negativ auf ein Werbegeschenk, wie einen Standard-Kugelschreiber, reagieren könnten: Der so genannte „Analytiker-Kunde“ untersuche das Werbegeschenk in Hinsicht auf Qualität bzw. Funktionstüchtigkeit. Der „Manager-Kunde“ fühle sich durch das preisgünstige Standard-Modell sogar gering geschätzt und erwarte eine höherwertige Ausführung. Der „Entertainer-Kunde“ könne ebenfalls nicht mit einem Standardmodell beeindruckt werden. Ein Kugelschreiber mit Spaßfaktor sei geeigneter: „beispielsweise ein Klapp-Kugelschreiber (…) oder ein Kugelschreiber, in dem bei Betätigen verschiedene Lämpchen blinken“ (Labude 2012, S. 154)

Individualisierung von Werbegeschenken

Noch besser klappt die Kundenbindung, wenn Präsente individualisiert werden. Statt eines Standard-Notizheftes sollten in Kleinauflage mehrere Varianten erstellt werden, sodass jede Zielgruppe erreicht werden kann. Blöcke oder Kugelschreiber zum Beispiel können mit dem Namen des Kunden bedruckt werden. So fühlt sich der Kunde direkt angesprochen und persönlich wertgeschätzt. Es lohnt sich bei Werbegeschenken, in Individualität zu investieren. Klar sollte sein, dass ein persönliches Werbegeschenk auch direkt an ausgewählte Personen übergeben wird. Standard-Artikel können Sie dann am Messestand anbieten – oder sie besser selbst nutzen. (Johanna Sophie Lutzer)