Technische Case-Studies erstellen

//Technische Case-Studies erstellen
Case-Studies

Ein wichtiger Bestandteil des Content Marketings ist Fachpressearbeit mit technischen Case-Studies. Sie werden Fachmedien zur in der Regel kostenlosen Veröffentlichung angeboten. Doch wie können die Inhalte eines Anwendungsberichts gleichzeitig informativ und spannend aufbereitet werden? (Bild: © ra2 studio / Fotolia)

Journalistische Berichte mit Anwendungsbeispielen sind oft Kooperationsprojekte zwischen einem Anbieter/Dienstleister/Zulieferer und dessen Kunden. Mit der Veröffentlichung einer Case-Study erhoffen sich beide Seiten die Aufmerksamkeit von Lesern – und natürlich die potenzieller Kunden. Manchmal scheitert die Platzierung in den Zielmedien, weil die Inhalte des Beitrags zu sperrig daherkommen.

Der Aufbau von Case-Studies ist meist ähnlich

Technische Fallstudien haben eine ähnliche Struktur:

  • Kurzbeschreibung der mitwirkenden Firmen
  • Ausgangssituation/Problem
  • Lösung, deren Implementierung und Anwendung
  • Änderungen/Verbesserungen durch die Innovation
  • Tipps für Firmen, die ähnliche Pläne haben

 

Meistens werden Case-Studies noch durch einen Extra-Kasten mit technischen Daten zum Projekt ergänzt.

Case-Studies – Einstieg: Mitwirkende und Ausgangssituation

Damit die Rahmenbedingungen nachvollziehbar sind, müssen die mitwirkenden Unternehmen kurz skizziert werden. Anschließend erfolgt die Beschreibung des Problems, das durch den Einsatz der Maschine. Software o. ä. gelöst werden soll. Beispiel: Ein Komponentenhersteller hat sein Lagersystem aus Kapazitätsgründen umgestellt.

Der Bereichsleiter Blechbearbeitung Max Mustermann schildert die Ausgangssituation: „Wir haben Bleche zugeschnitten und gelaserte Teile hinzugekauft. Die Ware lagerten wir hochkant in einem 60-Quadratmeter-Lager mit einem Fassungsvermögen von ca. zwei Tonnen.“ Dann sei die Entscheidung gefallen, die Teile selbst zu produzieren. Mustermann erinnert sich: „Wir diskutierten über Kassettenlagerung im Hochregal versus Boden-Blocklagerung im Flächenlager. Für beide Varianten gab es Pro- und Kontra-Argumente.“

Durch den Einbau wörtlicher Rede wird der Text lebendig und leichter lesbar als eine trockene Aneinanderreihung von Fakten.

Case-Studies – vom Problem zur Lösung

Anschließend erfolgt Beschreibung der technischen Lösung. Für einen guten Lesefluss kann es sinnvoll sein, die Daten und Fakten in einen Extra-Kasten auszulagern. Erläutert wird dann nur die Vorgehensweise oder die Anwendung aus Bediener-Perspektive. Dieser Abschnitt wird oft angereichert durch Umsetzungs-Tipps. Beispiel: Der Hamburger Klimaspezialist Stulz führt zur Bestückung von Schaltschränken ein Augmented Reality-System ein. Dadurch möchten die Verantwortlichen die ohnehin geringe Fehlerquote auf Null reduzieren.

Wie das neue System funktioniert 

Technische Case-Studies

Am Arbeitsplatz befinden sich in Griffweite Behälter mit den Bauteilen. Der zu bestückende Kasten steht in ergonomisch angepasster Schräglage direkt vor dem Mitarbeiter. Auf einem beweglichen Touch-Screen in Kopfhöhe (Bild oben rechts) sieht der Monteur Kristopher Jenß genau, welches Teil er wo hinsetzen muss. Auf der rechten Bildschirm-Seite ist eine Teile-Liste, die er Stück für Stück abarbeitet. … (Foto: Birgit Lutzer, entstanden für eine Case-Study bei der Hamburger STULZ GmbH)

Text und Bild wirken zusammen und sorgen für eine bessere Verständlichkeit. Die beschriebenen Teile sind zu sehen. Außerdem weckt der Monteur Sympathie, weil er direkt in die Kamera lächelt.

Case-Studies – Verbesserungen durch die neue Technologie

 Am Schluss folgen die Ergebnisse der Innovation oder des Projekts. Der Abschnitt enthält Antworten auf Fragen wie: Was hat sich dadurch erhöht/verringert/beschleunigt/vergünstigt oder Ähnliches. Mit dazu gehört ein Statement der Initiatoren, inwieweit das mit dem Ausgangsproblem verknüpfte Ziel erreicht wurde. Beispiel: Die Rominger Kunststofftechnik GmbH aus der Schweiz hat einen kleinen Laborkoffer entwickelt, mit dem innerhalb von 12 Minuten präzise Material-Schnellanalysen durchgeführt werden können. Die Case-Study schließt mit der Aussage eines Kunden:

Dr. Thomas Wolfrum von der Axon Biotech GmbH aus dem deutschen Hengersberg hat ebenfalls einen Koffer für sein Unternehmen, einen Medizintechnik-Hersteller, geordert. Auch er ist mit der praktischen Systemlösung zufrieden. „So können wir im Handumdrehen und auch von unterwegs aus präzise Kunststoff-Analysen durchführen.“

Oft dauert es durch mehrere Abstimmungsgänge eine Zeit lang, bis die technische Case-Study ihre endgültige Form hat. Anschließend wird sie als Themenvorschlag an die Redaktionen der Zielmedien verschickt. Oft kann es sein, dass der Beitrag dann noch an die jeweilige Publikation angepasst werden muss. Ob das die Redaktion selbst übernimmt oder der Verfasser der Ursprungsversion, ist „Verhandlungssache“. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist es besser, wenn Änderungen in der Hand der Versender bleiben. (Birgit Lutzer)