Messedienst – nein Danke!

//Messedienst – nein Danke!
Messedienst

Wieso eigentlich ist der Messedienst bei so vielen Kollegen unbeliebt? Die typischen Ausreden sind immer dieselben: „Bitte – keinen Messe-Standdienst für mich.“ oder „Es gibt doch eine ganze Reihe an Kollegen, die das gerne machen werden.“. Auch oft verwendet: „Manche von uns waren noch nie auf der Messe waren und wollen diese Erfahrung auch gerne mal machen.“ bzw. „Nicht schon wieder ich. Ich verstehe, Messe ist toll und Messe ist wichtig – aber ich war schon das letzte Mal dabei …“ Gastautor Markus Deixler-Wimmer verrät, was hinter der Verweigerungshaltung stehen könnte. (Bild: © fuzzbones / Fotolia)

Messedienst ist anstrengend

Klar, ein Messetag fordert schon einiges ab. Der Messetag ist lang, beginnt früh am Morgen mit der Anreise vom Hotel inklusive dem morgendlichen Stau auf den Zufahrtsstraßen zum Messegelände und endet oft erst nach 18 Uhr. Den ganzen Tag in Schuhen stehen und gehen, die man sonst nicht jeden Tag trägt, dazu eine steife Krawatte, die einem die Luft abschnürt. Auch die Scheinwerfer auf dem Messestand heizen kräftig ein. Viele Gespräche führen, zuhören und dann punktgenau antworten. Der Lärmpegel auf der Messe fördert das Wohlbefinden auf Dauer auch nicht. Dann die Rückfahrt ins Hotel, wieder Stau. Endlich unter der Dusche. Wenn dann noch eine Abendveranstaltung oder ein gemeinsames Abendessen ansteht, dann werden die Nächte schon recht kurz. Da ist es dann eben ratsam, sich nicht die halbe Nacht um die Ohren zu schlagen, sondern sich stattdessen für den nächsten Messetag zu erholen.

Es fehlt ein klares Ziel beim Messedienst

Wenn man die Ansprechpartner bei unterschiedlichen Messeständen fragt, was denn das Ziel der Messeteilnahme ist, dann bekommt man nur recht selten eine klare Antwort. Auch wenn sich die Führungs- und Marketingteams auf ein Messekonzept festgelegt haben, werden die Ziele oftmals nicht klar formuliert und dem Team vermittelt. Dann wissen die Mitarbeiter auf dem Messestand nicht so recht, worum es eigentlich geht:

  • Ist das Ziel, möglichst viel Zeit mit wichtigen Kunden auf dem eigenen Stand zu verbringen?
  • Besteht der Plan darin, andere Anbieter auf der Messe genau unter die Lupe zu nehmen?
  • Geht es um viele kurze Gespräche mit neuen Kontakten?
  • Sollen Passanten aktiv angesprochen werden, und, und, und …

Wenn das Ziel des Messeauftritts nicht für alle Beteiligten sonnenklar ist, dann wissen die Standbetreuer auch nicht, was sie auf dem Messestand tun sollen. Dann macht jeder, was er für das Beste hält. Und so erzeugt Ihr Messestand überhaupt keine interessante Wirkung. Das merken auch die Besucher und bleiben fern.

Der Messedienst führt zu Unsicherheit im Gespräch

 Ein Akquise-Gespräch auf einer Messe ist eine komplett andere Angelegenheit als eines im Zuge eines Erstbesuchs. Und es ist auf jeden Fall eine ganz andere Nummer als ein Termin mit einem Bestandskunden. Zum einen kennt der Besucher Ihr Unternehmen noch nicht. Und Sie haben zunächst keine Idee, was ihm wichtig ist und nach welchen Lösungen er sucht. Um das herauszufinden, haben Sie nur wenige Sätze und wenige Sekunden Zeit. Um diese Unsicherheiten zu beseitigen, hilft es sehr, Messegespräche vor der Messe intensiv zu üben. Abgesehen davon: Messen dienen oft nur dem ersten „Beschnuppern“. Anschließend erfolgt die Vereinbarung eines Gesprächstermins in Ruhe.

Das Ergebnis bei früheren Messedienst war nicht berauschend

Schnell wird da die Behauptung aufgestellt, dass eine Messe “nichts taugt”. Klar, es gibt Messetage, an denen weniger los ist als an anderen. Und es gibt auch Veranstaltungen, die besser besucht sind als andere. Das ändert aber nichts daran, dass hier und heute eine neue Messe stattfindet und Sie daher auch hier und heute das Beste geben können, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Da hilft es reichlich wenig, wenn Sie sich im Vorfeld schon gemeinsam mit Ihren Kollegen selbst bemitleiden und prophezeien, dass auch diesmal nichts herauskommen wird. Denn dann wird leider auch nichts für Sie herauskommen.

Es ist die falsche Messe

Sie haben das deutliche Gefühl, dass Sie für diesen Besuchertypus nicht der richtige Gesprächspartner sind. Wenn für Sie und Ihre Kollegen der Eindruck entsteht, dass dies die falsche Messe ist, dann hat das häufig damit zu tun, dass ein klares Messeziel fehlt oder dieses nicht klar kommuniziert wurde. Vielleicht gibt es für diese Messe ein besonderes Ziel – etwa, einen neuen Markt zu durchleuchten, um besser zu verstehen, was Kunden in diesem Umfeld erwarten. Und das muss allen Standdienst-Mitarbeitern klar sein, denn sonst entsteht Unlust.

Der Standplatz auf der Messe ist schlecht 

Oftmals entsteht so etwas wie Neid, wenn man den von Menschenmassen überfluteten Stand des Marktführers in zentraler, idealer Position betrachtet. Scheinbar finden sich dort die Besucherströme von selbst ein. Interessenten stehen förmlich Schlange für ein persönliches Gespräch mit den Standbetreuern. Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen noch nicht diese Marktstellung erreicht haben, dann sollten Sie sich auch nicht damit vergleichen. Selbst, wenn der Standplatz Ihres Messestandes diesmal aus Ihrer Sicht nicht der beste ist – Sie können es nicht ändern. Holen Sie das Beste aus dieser Situation heraus. Gehen Sie freundlich und aktiv auf jeden Interessierten zu. Das ist in dieser Situation umso wichtiger, sonst gehen auch die wenigen Besucher einfach weiter. Das gleiche gilt übrigens, wenn ihr Messestand langweilig gestaltet ist oder überladen wirkt. Teilen Sie diese Wahrnehmung nach der Messe Ihrem Führungs- und Marketingteam mit. Bei der Messe selbst sollten Sie sich darauf konzentrieren, Ihren Besuchern ein guter Gastgeber zu sein.